Vielfalt, Teilhabe und Kompetenz —
Eine Chance für
unterstützt Kommunizierende
in der Stadt Leipzig

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Derzeitig wird in Leipzig/ Sachsen viel über Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung gesprochen und im Rahmen der Erarbeitung des Teilhabeplanes diskutiert. Das Anbieten von Unterstützter Kommunikation ist kein KANN, sondern ein MUSS.

Dazu bieten zahlreiche Gesetze und Erlasse den notwendigen Rahmen. Besonders bedeutsam ist hierbei die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN), welche seit 2009 geltendes Recht in Deutschland ist. Damit verpflichtet sich Deutschland, allen Menschen mit Behinderungen Teilhabe in einem integrativen System zu ermöglichen. Ausdrücklich benannt sind darin auch Menschen, die in ihrer Kommunikation beeinträchtigt sind.

Die Mitarbeit am Teilhabeplan der Stadt Leipzig hatte zum Ziel das Thema als Querschnittsdisziplin in die Lebensbereiche Arbeit, Wohnen, Bildung, Gesundheit und Freizeit zu verorten. Das Ziel ist neben der allgemeinen Situationsverbesserung insbesondere die bildungsbiografischen Möglichkeiten der unterstützt Kommunizierenden zu optimieren und damit ein Mehr an Bildungsqualität zu erreichen. Damit inklusive Teilhabe gelebt werden kann, braucht es spezifische Rahmenbedingungen. Diese müssen ineinandergreifend verzahnt und nachhaltig als festgelegte Maßnahmen etabliert werden.

Mit der Projektstelle Unterstützte Kommunikation (PUK) wurde für die Stadt Leipzig eine erste Anlaufstelle für das Thema geschaffen. Diese verdeutlicht eine Vielfalt, Teilhabe und Kompetenz für unterstützt kommunizierende Menschen und stellt mit ihren Aktivitäten eine Chance dar zur Weiterentwicklung der Stadt Leipzig.

Am 5. März 2015 trafen sich im Mediencampus Villa Ida weit über 100 Leipzigerinnen und Leipziger mit und ohne Behinderung, Akteure der Behindertenhilfe, Fachkräfte der ressortübergreifenden Stadtverwaltung, der Behindertenbeirat der Stadt Leipzig und Stadträte, um gemeinsam für mehr Teilhabe und Inklusion einzutreten. Im ersten Teilhabe-Forum „Ich gehör’ dazu.“ wurde gemeinsam die Frage erörtert, wie die Stadt Leipzig gestaltet sein muss, damit Teilhabe in allen Lebensbereichen möglich wird. Dazu diskutierten die verschiedenen ExperInnten in den themenbezogenen Arbeitsgruppen, auf deren Ergebnisgrundlage handlungsorientierte Maßnahmen abgeleitet wurden. Einig waren sich die Teilnehmenden darüber, dass für eine erfolgreiche Teilhabe auch Vorurteile abgebaut werden müssen. Denn Barrieren gibt es überall, vor allem in den Köpfen…

Für den Herbst 2018 ist ein zweites Teilhabe-Forum geplant. Dem interessiertem Publikum werden die entwickelten kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für die Themenfeldern Mobilität, Kommunikation, Bildung, Arbeit und Beschäftigung, Wohnen sowie Freizeit, Kultur und Sport vorgestellt, die die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderung im Fokus haben. Darüber hinaus gilt es die Stadtgesellschaft in Bezug auf Teilhabebarrieren zu sensibilisieren.